

Der Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz schlägt das Projekt Schlauberger der GGUA Münster für den Ehrenamtspreis des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen vor.
„Bei meinem Besuch war ich begeistert von dem Engagement der Paten. Das Projekt fördert eine bessere Integration der Kinder und zeigt ausgezeichnet, wie einfach es für jeden sein kann, sich in einem Ehrenamt zu engagieren“, lobt Polenz.
Einmal jährlich verleiht die Kampagne "Geben Gibt" den Deutschen Engagementpreis an engagierte Personen oder beeindruckende Projekte. Für diesen Preis kann man sich nicht bewerben, sondern muss von Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagen werden.
Am 22.06.2010 besuchte Ruprecht Polenz die "Schlauberger" in einer der Partnerschulen des Projekts, der Melanchthonschule in Coerde:
"Ich finde es imponierend, dass sich über eine längere Zeit ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bereit finden, ein-, zwei- oder dreimal in der Woche ihre Zeit Kindern zu widmen die es schwer haben in der Schule zu folgen, da sie, auf Grund sprachlicher Probleme, manchem nicht so schnell folgen können, wie Andere aus ihrer Klasse. So funktioniert Bürgergesellschaft!" resümiert der CDU-Politiker am Ende seines Besuchs.
Lesen Sie mehr dazu auf der Seite des Bundestagsabgeordneten.
Auch von anderer hoher Stelle gab es Lob für die Schlauberger: Eine UNICEF-Studie zur Situation von Roma-Kindern in Deutschland bezeichnet dabei den Patenschaftsansatz des "Schlauberger"-Projekts als einen erfolgreichen Ansatz, um "Startnachteile der Kinder zu verringern"

Der Landtag NRW verabschiedete am Donnerstag (15. Juli 2010) einen von der Linken vorgelegten Antrag, mit der in Nordrhein-Westfalen die umstrittene Residenzpflicht von Asylbewerbern und Geduldeten de facto aufgehoben wird. „Asylbewerber und Geduldete sollen sich erlaubnisfrei im gesamten Gebiet des Bundeslands Nordrhein-Westfalen aufhalten dürfen“, heißt es in der Vorlage, der SPD und Grüne geschlossen zustimmten, nach dem ein Passus aus der Antragsbegründung auf Wunsch von Rot-Grün gestrichen worden war. „Die Landesregierung wird daher insbesondere dazu aufgefordert, alle Möglichkeiten für eine Lockerung der räumlichen Beschränkungen, denen Asylbewerber und geduldete Ausländer im Land NRW aufgrund des Asylverfahrensgesetzes und des Aufenthaltsgesetzes unterliegen, auszuschöpfen.“ Die Erteilung der so genannten Verlassenserlaubnisse („Urlaubsscheine“) soll künftig „weitgehend im Sinne der Antragsteller gehandhabt“ werden.
7.7.2010
Rund 5.000 Kinder aus Familien der Roma und weiterer ethnischer Minderheiten sollen in den kommenden Jahren aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben oder rückgeführt werden, obwohl sie dort kaum eine Perspektive auf Schulbildung, medizinische Versorgung und gesellschaftliche Integration haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue UNICEF-Studie zur Lage von Roma-Kindern in Deutschland und im Kosovo. Demnach gehen drei von vier Kindern, die bislang schon aus Deutschland zurückkehrten und hier zur Schule gingen, im Kosovo nicht mehr zur Schule. Die größtenteils in Deutschland aufgewachsenen Kinder sprechen kaum Albanisch oder Serbisch und landen nach der Abschiebung im sozialen Abseits.
UNICEF-Studie zur Lage von Roma-Kindern in Deutschland und im Kosovo

"Ich möchte hier bleiben", erklärt die 18jährige Roma-Jugendliche Dekana, und Oberbürgermeister Markus Lewe hört aufmerksam zu. "Ich habe jetzt mit einer Ausbildung begonnen und kann mir ein anderes Leben als hier in Münster nicht vorstellen." - "Wir werden als Stadt alles tun, damit die Roma nicht abgeschoben werden", bekräftigt Lewe daher auch noch einmal vor der versammelten Presse. Er erwähnt die erneut einstimmige Resolution des Rates der Stadt Münster vom 8. Juni 2010, in dem parteiübergeifend gegen die Abschiebungen gestimmt wurde.
Diese Resolution hatten Vertreterinnen und Vertreter der Münsterschen "Aktion 302" am Montag, 14. Juni, zum Anlass genommen, dem Oberbürgermeister ein Exemplar ihrer Fotobroschüre "Schnappschüsse für ein Bleiberecht" zu überreichen. Die Fotoaktion hatte im vergangenen September auch überregional für Aufsehen gesorgt und wird inzwischen in mehreren deutschen Städten nachgeahmt- sehr zur Freude der Münsterschen Initiatoren. Nach Überzeugung der "Aktion 302" soll die verabschiedete Resolution jedoch nicht das Ende des städtischen Engagement sein, sondern vielmehr der Startschuss für konkrete weitere Maßnahmen.
Daher forderten die Vertreterinnen und Verteter der Aktion 302 den Oberbürgermeister auf, er möge zu einem Runden Tisch mit städtischen und politischen Vertretern der Stadt Münster einerseits und Romavertretern und Nichtregierungsorganisationen andererseits einladen, um weitergehende Stellungsnahmen und konkrete Aktionen gemeinsam zu planen.
Zur Broschüre "Schnappschüsse für ein Bleiberecht" in niedriger Auflösung
Die Resolution im Originalwortlaut finden Sie hier.
WDR Lokalzeit Münsterland (nur 7 Tage lang abrufbar); dort auf "Kompakt" klicken
Westfälische Nachrichten-TV (Video)
15.6.2010
Im Jahre 2009 waren weltweit 43,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung. Das ist die höchste Zahl seit Mitte der 1990er Jahre. Gleichzeitig fiel die Zahl der Flüchtlinge, die freiwillig nach Hause zurückkehren, auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren. Dies geht aus dem Jahresbericht ‚Global Trends’ hervor, der am 14.6.2010 in Berlin und Genf vorgestellt wurde.
Die Anzahl der Asylbewerber (im Verfahren) weltweit stieg im vergangenen Jahr auf fast eine Million. Die meisten Erstasylanträge wurden im letzten Jahr in Südafrika (222.000) gezählt. In Europa waren es insgesamt 286.700, davon 86 Prozent in den Staaten der Europäischen Union. (Quelle: UNHCR)

Der Rat der Stadt Münster hat am Mittwoch (9. Juni 2010) einstimmig eine Resolution gegen die Abschiebung von Roma in den Kosovo verabschiedet. Der Beschluss, der auf Initiative des Integrationsrats eingebracht worden ist, stellt unter anderem fest: "Eine Abschiebung erinnert hingegen an Diskriminierung und Vertreibung." Aus diesem Grunde ermutigt der gesamte Rat der Stadt die Ausländerbehörde, "alles im Rahmen des gesetzlich Möglichen zu unternehmen, um Abschiebungen von Minderheiten in den Kosovo zu verhindern."
Nachdem bereits im vergangenen Jahr eine Resolution zum gleichen Thema gefasst worden war, die zahlreichen anderen Städten - unter anderem Hannover - als Vorbild für ähnliche Beschlüsse gedient hat, geht die aktuelle Resolution allerdings inhaltlich weiter. So wird die neue Landesregierung in NRW aufgefordert, sich gegen die drohende Abschiebung der Roma und für veränderte Bleiberechtsregelungen einzusetzen. Das Auswärtige Amt wird aufgefordert im Rahmen seiner Zuständigkeiten, regelmäßig über die Situation der bereits abgeschobenen und der freiwillig zurück gekehrten Menschen im Kosovo zu berichten.
In Münster sind aktuell noch rund 260 Roma aus dem Kosovo ausreisepflichtig. Der Stadtrat vermutet, dass niemand von ihnen "freiwillig" ausreisen werde. In der Ratsresolution heißt es dazu: "Hiervon sind ca. 150 Kinder und Jugendlichen
in Münster geboren und aufgewachsen. Sie haben hiesige Kitas und Schulen besucht. Das Heimatland ihrer Eltern kennen sie im Regelfall nur aus den Nachrichten und den Geschichten der älteren Generation. Viele von ihnen sprechen nur Deutsch und Romanes, aber weder Albanisch noch Serbisch. Die älteren Flüchtlinge haben schreckliche Erinnerungen an ihre Flucht vor nationalistisch gesinnten Gewalttätern. Viele sind traumatisiert, sie haben Angst, in den Kosovo zurückzukehren. Münster ist für sie ein neues Zuhause, das Schutz bietet."
Die Resolution im Originalwortlaut finden Sie hier.
10.6.2010
Jugendliche mit Migrationshintergrund werden an deutschen Schulen und Hochschulen strukturell diskriminiert. Dies geht aus einem am 9. Juni vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und dem Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen vorgestellten Bericht hervor. Der Verband fordert durchgreifende Strukturreformen.
„Unser Bildungssystem fördert die soziale Segregation, reproduziert und zementiert soziale Ungleichheiten. Wer aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommt, ist an unseren Schulen und Hochschulen schwer benachteiligt, wer noch dazu einen Migrationshintergrund mitbringt, ist es doppelt. Fast jeder dritte Jugendliche in Deutschland hat einen Migrationshintergrund und wir können vielen von ihnen kein sachgerechtes Bildungsangebot machen“, kritisiert Prof. Barbara John, Vorstandsmitglied des Paritätischen Gesamtverbandes.
Dokumentation "Bildungsschancen von Migrantinnen und Migranten"
Fußgängerzone in Münster: Hunderte Bürgerinnen und Bürger solidarisieren
sich mit den seit Jahren in ihrer Stadt lebenden Roma-Flüchtlingen. Sie
wollen nicht zulassen, dass ihre Nachbarinnen und Nachbarn in den Kosovo
abgeschoben werden. Mit einer kreativen Fotoaktion in der Fußgängerzone
setzen sie ein öffentliches Zeichen des Protestes.
Machen Sie mit!
Bundesweit sind etwa 10.000 Roma von Abschiebung bedroht. Mit dem
kürzlich unterzeichneten Rückübernahmeabkommen will Deutschland jährlich
bis zu 2.500 Menschen, die zum Teil schon seit vielen Jahren bei uns
leben, in den Kosovo zurückschicken. Dagegen protestieren wir!
Vegetieren am Rande der Müllkippe
Im Kosovo erwartet die Abgeschobenen Elend und Perspektivlosigkeit. Ein
Leben geprägt von Angst und Diskriminierung -- häufig ohne Zugang zu
Arbeit, Bildung und medizinischer Versorgung.
Jetzt aktiv werden! Engagieren Sie sich:
Schicken Sie eine Protestmail an die Innenminister der Länder. Auf unserer Homepage können Sie mit einem Klick das Protestschreiben "Keine Abschiebungen ins Elend!" an alle 16 Innenminister schicken.
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/
Protestieren Sie mit einem Foto
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/fotoaktion/
Ob alleine oder zusammen mit Bekannten und Verwandten, ob gemeinsam mit
Freunden aus der ganzen Welt oder betroffenen Roma aus der Nachbarschaft
- halten Sie Ihren Protest gegen die Abschiebungen auf einem Foto fest.
Senden Sie dieses mit einer persönlichen Protestmail an den
Innenminister Ihres Bundeslandes. Bitte senden Sie Ihr Foto ebenfalls an
info@proasyl.de. Pro Asyl möchte eine Auswahl auf unserer Homepage veröffentlichen:
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/fotoaktion/
Heute:
Dr. @mund Stoiber
erklärt die Fachbegriffe Familiennachzug und geschlechtsspezifische Verfolgung (avi-Datei)
LastExitFlucht.org ist ein interaktives Spiel des UNHCR zum Thema Asyl und Flüchtlinge.
UNESSI ist ein interaktives Spiel des UNHCR zum Thema Flucht für Kinder
Wir bedanken uns für freundliche Unterstützung bei Bäckerei Cibaria, die jeden Mittwoch eine kostenlose Brotausgabe in der GGUA ermöglicht.
Wir bedanken uns bei den Westfälischen Nachrichten für kostenlose Zeitungsexemplare für unsere KlientInnen.